Aktien als Geldanlage  
Nahezu jeder Kunde wünscht sich für seine Geldanlage die höchstmögliche Rendite. Daher müssen verschiedene Gesichtspunkte bei der Geldanlage beachtet werden. Vergleicht man die verschiedenen Kapitalanlageprodukte, so bieten Festgelder zwar eine 100%ige Sicherheit, die Rendite liegt aufgrund des aktuellen Zinsniveaus jedoch meist nicht über 4% p.a. Auch Rentenanlagen, also festverzinsliche Wertpapiere, konnten diese Renditen oft nicht übertreffen, ebenso wie die Anlage in Immobilien. Daher sollte man für die langfristige Geldanlage, etwa für die Altersvorsorge oder für die Geldanlage von Kindern, die Aktie in den Vordergrund stellen. Sie verbrieft eine Beteiligung an einem Unternehmen, einer Aktiengesellschaft. Aktionäre sind also mit der Höhe ihrer Anlage unmittelbar in der Firma investiert, sie sind Teilhaber und verfügen somit über ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung sowie diversen anderen Rechten. Je mehr Aktien gekauft werden, desto höher ist die Beteiligung und somit auch der Einfluss auf die Unternehmensführung. Mit dem Geld der Aktionäre tätigt das Unternehmen Investitionen. Sofern eine Ausweitung des Unternehmens notwendig wird, kann das Grundkapital auch erhöht werden, in dem neue Aktien ausgegeben werden.
Somit ist der Aktionär Unternehmer, und daher an allen Chancen und Risiken beteiligt.

 Unternehmensgewinne werden an die Anteilsinhaber in Form von Dividenden einmal pro Jahr ausgezahlt, weiterhin finden sich hohe Gewinne auch im Aktienkurs wieder. Auf der anderen Seite werden sich Unternehmensverluste aber ebenso zeigen, und zwar in Form sinkender Kurse. Auch wird bei Verlusten keine Dividende gezahlt. Im schlimmsten Fall, und zwar bei Insolvenz des Unternehmens, ist sogar der Totalverlust der Geldanlage möglich. Dieses Risiko sollten Kunden bei ihrer Geldanlage beachten.
Je besser ein Unternehmen arbeitet, desto stabiler ist auch sein Aktienkurs, der Kunde profitiert also von der unternehmerischen Wertschöpfung. Daher ist die Wahl der jeweiligen Aktie besonders wichtig. Wie gut eine Aktie in der Vergangenheit lief, kann anhand von Charts erkannt werden. Diese sind oft im Internet abrufbar. Anhand eines Charts kann auch der langfristige Trend erkannt werden.

 

Da Anleger dieses Risiko nur schwer beurteilen können, werden Aktien von unabhängigen Ratingagenturen bewertet. Sie stufen die Anlage je nach aktueller Gewinnsituation und dem Unternehmensausblick auf "Kaufen", "Verkaufen" oder "Halten". Auch viele Banken bieten Research-Material, in denen verschiedene Aktien und Unternehmen bewertet werden. Auf Wunsch werden diese Listen auch ausgehändigt.
Doch trotz des vorhandenen Risikos ist die Aktienanlage langfristig die bessere Geldanlage. Über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren konnten die vorhandenen Kursverluste in der Regel wieder ausgeglichen werden, die Verluste wurden amortisiert. Dies erkannte man auch nach dem Platzen der New-Economy-Blase im Jahr 2000. Viele Aktienkurse haben sich zwischen 2000 und 2003 nahezu halbiert. Doch inzwischen konnten die Verluste bei den meisten Aktienwerten wieder ausgeglichen werden, sogar Gewinne wurden erzielt. Generell wird bei der Geldanlage in Aktien durchschnittlich eine Rendite zwischen 6%-9% erwartet. Das diese realistisch ist, zeigen Kursverläufe der letzten Jahre.


Die Rendite einer Aktie ermittelt sich aus der Differenz von Kauf- und Verkaufskurs, aber auch nach der gezahlten Dividende. Konnte eine Aktie zu 50 Euro gekauft und zu 60 Euro verkauft werden, liegt der Gewinn bei 10 Euro pro Aktie. Weiterhin wurde eine Dividende von 2 Euro gezahlt. Die Gesamtrendite liegt also bei 12 Euro pro Aktie, dies entspricht also 24%.
Wie hoch die Schwankungen einer Aktie ausfallen, ist abhängig vom jeweiligen Unternehmen. Firmen, die im DAX vertreten sind, werden Blue Chips genannt. Sie weisen geringere Schwankungsbreiten auf und sind daher auch für Menschen geeignet, die ein nur geringes Risiko eingehen möchten. Es sind die großen deutschen Unternehmen, wie Deutsche Bank oder Commerzbank. Zudem weisen diese Standardwerte ein hohes Grundkapital sowie ein hohes Unternehmensvermögen aus. Kurzfristige Umsatzeinbußen können diese Unternehmen meist gut verkraften. Deutlich risikoreicher sind kleinere Firmen, diese werden Nebenwerte genannt.
Generell sollte ein Aktienportfolio nicht nur aus einem oder zwei Werten bestehen, da hierbei das Risiko zu groß wäre, Kursverluste zu erleiden. Solch ein Depot ist nur für Zocker, also kurzfristig investierende Kunden, geeignet. Können die Unternehmen ihre Gewinnerwartungen zum Beispiel nicht erfüllen, reduzieren sich deren Kurse. Daher sollte ein Portfolio gut gestreut sein, sowohl in verschiedene Unternehmen wie auch in unterschiedliche Branchen. So können Aktienverluste einer Firma durch eine andere Aktie eventuell aus einer anderen Branche ausgeglichen werden.


Für die optimale Geldanlage sollte ein gut strukturiertes Aktiendepot weiterhin einen gewissen Anteil Liquidität sowie offenen Immobilienfonds für die Stabilität enthalten. Die jeweiligen Anteile richten sich nach der Risikomentalität des Kunden, die im Kundengespräch erörtert werden sollte.
Aktien haben aber noch einen weiteren Vorteil: Mit dem Anteil am Unternehmen sind neben den Maschinen auch Immobilien und andere Wirtschaftsgüter verbunden. Daher stellt die Aktie auch einen gewissen Schutz vor Inflation dar, denn die Werte dieser Güter erhöhen sich bei steigender Inflation ebenfalls. Zudem wird sich der Gewinn eines Unternehmens bei steigender Inflation erhöhen, da Produkte zu höheren Preisen abgesetzt werden können, was sich wiederum auf den Aktienkurs niederschlagen wird. Im Gegensatz hierzu erhöhen sich die Zinsen von Festzinspapieren während der Laufzeit nicht. Bei steigender Inflation minimiert sich also die effektive Rendite, die bei der Geldanlage erzielt wurde.


Um das Risiko der Aktienanlage zu reduzieren, kann statt eines Einzelkaufes auch die Anlage in einem Aktienfonds oder hier im Aktienclub erfolgen. Aktienfonds werden von Kapitalanlagegesellschaften herausgegeben, die Verwaltung wird einem Fondsmanager übertragen. Fonds haben den Vorteil, dass die Anlage der Kundengelder in zahlreiche unterschiedliche Aktien erfolgt. So wird nicht nur die Differenzierung der Unternehmen, sondern auch der Länder und Branchen erreicht.
Hier gibt es verschiedene Arten von Fonds. Zum einen sind dies Fonds, die einen speziellen Index (Bsp. DAX) nachbilden, zum anderen investieren die Fondsmanager in Aktien einer speziellen Branche.
Der Vorteil eines Investments in Fonds ist zudem, dass hier ein Sparplan möglich ist. So können monatlich bestimmte Beträge (Bsp. 100 Euro) in den Fonds eingezahlt werden. Dies bringt den so genannten Cost-Average-Effekt, den Effekt der durchschnittlichen Einzahlungskurse. Solch ein Sparplan kann zum Beispiel für den Aufbau der Altersvorsorge genutzt werden.


Kunden, die nur ein begrenztes Risiko eingehen wollen, können zudem in Garantiefonds investieren. Diese Fonds legen das Geld ebenfalls in Aktien an, gleichzeitig sichern sie aber nach Ablauf einer gewissen Zeit, dass zumindest der eingezahlte Betrag von der Kapitalanlagegesellschaft wieder an den Kunden ausgezahlt wird. Für diese Sicherheit nimmt der Kunde jedoch nicht zu 100% an den Kurssteigerungen des Fonds teil, sondern nur zu 80-85%.

 

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